Brunnen auf dem Wittenbergplatz, Projektvorschlag „Temporäre Gestaltung“

Das Vorhaben sollte den Umgang mit Kunst im öffentlichen Raum thematisieren, d.h., wie künstlerisch und kulturelle Interventionen im Sinne von Wahrnehmung und Teilhabe zur Aktivierung städtischer Orte beitragen können. Auslöser sind die seit zwei Jahren stilgelegten Brunnen, deren „Zustand“ im Umkreis des KaDeWes für Kritik sorgen.

Entwurf einer „temporären Gestaltung“ des Südbrunnens von Sven Kalden für die STIFTUNG NEUE KULTUR, Berlin 2025.

Bei der temporären Gestaltung ging es um das besondere Erbe des renommierten Bildhauers Waldemar Grzimek (*1918 in Rastenburg, Ostpreußen; † 26. Mai 1984 Berlin

Als Initiative zur temporären Gestaltung [Trappieren] der beiden Brunnen am Wittenbergplatz, wurde Frau Dr. Saskia Ellenbeck, Stadträtin für Ordnung, Straßen, Grünflächen, Umwelt und Naturschutz aus dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg in einem mehrstufigen Prozess das Vorhaben vorgestellt. Initiiert wurde das Projekt durch den Vorstand in Zusammenarbeit mit Sven Kalden (Bildhauer, Kunst am Bau, Projektentwickler) und der Beratung von Dipl.-Arch. Arne Schumny (Baukostenermittler).

Kulturbrauerei, Prenzlauer Berg

Kulturbrauerei, Berlin, Kulturareal seit 1991.

STIFTUNG NEUE KULTUR als potenzieller Vermittler

Sondierungsgespräche und Beratung mit den Verantwortlichen der Kulturbrauerei, die sich für eine Verhandlungsposition gegenüber den Eigentümern und Privatinvestoren vorbereiten.

Bei der Kulturbrauerei handelt es sich um die größte vielfältigste Kulturinstitution im östlichen Teil Berlins, die „Kultur für alle“ als unverzichtbar erklärt. Die STIFTUNG NEUE KULTUR kann hier im Sinne des eigenen Stiftungszweckes öffentlich Stellung beziehen, sollte der Privatinvestor eine rein kommerzielle Nutzung des Areals in Betracht ziehen.

Die kulturpolitische Entwicklung des Standortes Kulturbrauerei und seine spektakuläre Sanierung spielte in den 1990er Jahren unter dem späteren Vorstand der STIFTUNG Joachim Sommermeier eine herausragende Rolle.

1991: Gründung der KulturBrauerei GmbH.

1998: 100-Millionen-Projekt/Erster Spatenstich.

Nicht zuletzt auf wiederholte Vermittlung von Wolfgang Thierse, stellvertretender Vorsitzender der SPD und ein intimer Kenner der Kulturszene im Prenzlauer Berg, der seit Jahrzehnten nur unweit von der Brauerei wohnt, wird am 3. April 1998 der städtebauliche Vertrag geschlossen. Bis Juni 1998 werden die Baugenehmigungen sukzessiv erteilt.

Quelle: Textmontage Webseite Kulturbraurei.

Black Berlin Biennale 2020

Black Berlin Biennale 2020
[Finished]

Black Berlin Biennale [Text: Projektleiter Michael Küppers-Adibisi]

Ziel ist es, Diskurse anzuregen, die die Aufarbeitung historischer Präsenzen Schwarzer Minderheiten in Deutschland fördern. Das Projekt zeigt intersektionale Verknüpfungen zwischen Namibia-Genozid (Kaiserreich), Holocaust (Nazi-Deutschland), Brown Babys (BRD), Gastarbeitern (BRD), Mad Germans (DDR), Pogrome (vereinigtes Deutschland) und aktuellen Black Lives Matter – Bewegungen. Täglich führen wir Gespräche mit Besucher*Besucherinnen aus In- und Ausland durch, die oft erst so von den historischen Fakten erfahren. Gesprächsbedarf und Nachfrage ist enorm. Das Projekt will dazu beitragen, einen Anfangspunkt für eine ergebnisoffene gesellschaftliche Diskussion des Kolonialismus und des damit ursächlich verknüpften institutionellen und strukturellen Rassismus in allen deutschen Staatsformen anzustoßen. Auch in der deutschen Gesellschaft der Gegenwart.

Fassadeninstallation am zukünftigen Berlin Global Village, Neukölln, Berlin, 2020.

Intervention im öffentlichen Raum als Methode

Das Kunsthaus KuLe und seine Fassade sind ein zentraler Knotenpunkt in Berlin Mitte. Für viele Berliner täglicher Anlaufpunkt auf Ihren Wegen durch die Stadt, und wird mit Berlins Weltoffenheit, kosmopolitischen Geist und mit internationalen Austausch verbunden. Insbesondere zur Zeit der Biennale und aufgrund der Nähe zu den KunstWerke ist die Location auch ein Touristen-Magnet und sehr beliebt. Die exponierte Lage erreicht und überrascht viele Menschen, die im „schicken“ Bezirk Mitte explizit Schwarzes Kulturinput mit dekolonialen Inhalten nicht erwarten. Das ca. 12,5 x 10,0 m große Black Berlin Biennale 2020 Plakat ist auf direkte Kommunikation im öffentlichen Raum ausgelegt. Es soll provozieren und Diskussionen anregen und wird somit zu einer eigenständigen Intervention in den öffentlichen Raum hinein. Es zielt als künstlerisches Werk über die Funktion einer Ausstellungsankündigung hinaus auf eine direkte Vernetzung mit dem jeweiligen Lauf-Publikum vor Ort und erweitert damit die etablierten Szenen politischer Bildung. Dies wirkt visuell über einen Zeitraum von zwei Monaten. Die regionale Tagespresse und überregionale Medien sollen als Multiplikator*Multiplikatorin wirken. Fassadenkunst – Intervention im Öffentlichen Raum ist ein eigenständiger und sehr spezifischer von den lokalen Begebenheiten abhängiger Teil der Black Berlin Biennale.

Gefördert durch die großzügige Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung in Berlin